Read Chirú (Quartbuch) by Michela Murgia Online

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Ich hatte noch nie das Verlangen, die Fassaden der anderen niederzurei en, zumal es riskant ist Niemand kann wissen, wie viel L rm eine Gewissheit macht, wenn sie zerbricht Wer macht uns zu dem, was wir sind Wir werden es nicht von allein, sondern durch Menschen, die uns pr gen, leiten, beeinflussen Was f r ein Gl ck und welche Gefahr zugleich Nach Accabadora lotet Michela Murgia erneut die ungew hnliche emotionale Bindung zwischen zwei Menschen aus Als Eleonora und Chir einander zum ersten Mal begegnen, ist sie achtunddrei ig und er achtzehn Jahre alt Nichts scheint die beiden zu verbinden Und doch nimmt die bekannte Theaterschauspielerin den schlaksigen Musikstudenten als Sch ler an, um seinen Weg f r eine Weile zu begleiten Sie f hrt ihn in ihre schillernde K nstlerwelt ein Aber was ist diese lebensgewandte Frau f r den Jungen Lehrerin, Mutter, Geliebte Von allem etwas und nichts davon ganz Wie Accabadora beginnt auch Murgias neuer Roman in Sardinien, f hrt seine Protagonisten dann aber durch ganz Europa Michela Murgia erweist sich erneut als sensible Erz hlerin sie entwirft kraftvolle, autonome Charaktere, die sie meisterlich durch die Untiefen menschlicher Beziehungen f hrt....

Title : Chirú (Quartbuch)
Author :
Rating :
ISBN : 3803132878
ISBN13 : 978-3803132871
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Verlag Klaus Wagenbach 10 M rz 2017
Number of Pages : 266 Pages
File Size : 588 KB
Status : Available For Download
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Chirú (Quartbuch) Reviews

  • Alexander Rehm
    2018-12-25 02:15

    Mir hat dieses Buch ausserordentlich gut gefallen. Die Sprache ist lebendig, die Geschichte nicht kitschig (ich dachte erst, das ist wieder eine solche "verbotene" Liebesgeschichte) sondern ergreifend. Schön, wie die Autorin ihre Gefühle beschreibt und dabei herausarbeitet, wie ihre eigene Entwicklung war. Ich werde nun auch andere Bücher von ihr lesen.

  • Buchbesprechung
    2019-01-01 23:13

    ANRÜHREND und BESINNLICH fand ich das vor einer Woche bei Wagenbach veröffentlichte Buch "Chirú" der Italienerin Michela Murgia (44). Es ist kein Roman, sondern es sind 18 einem Handlungsstrang folgende Lektionen über die Frage "Wer macht uns zu dem, was wir sind?" Uns prägen, leiten und beeinflussen unterschiedliche Menschen - Eltern, Lehrer, Freunde, Partner. Murgias Buch beschreibt sehr sensibel die alltäglichen Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau, zwischen Alt und Jung und regt zum Nachdenken an, ohne sich mit einer Botschaft aufzudrängen. Besonders wohltuend empfand ich die wohlklingende Sprache des Buches, die wir im Deutschen natürlich der bereits preisgekrönten Übersetzerin Julika Brandestini zuverdanken haben. Es muss sprachlich wohl ein noch größerer Genuss sein, dieses Buch in seiner italienischen Originalfassung lesen zu können. "Chirú" ist unbestritten EMPFEHLENSWERT.

  • Winfried Brinkmeier
    2018-12-23 23:10

    Rezension des Buches „Chirú“ von Michela Murgia, Copyright © 2015 Giulio Einaudi editore s.p.a.,Torino und 2017 für die deutsche Ausgabe, 2. Auflage 2017, Verlag Klaus Wagenbach, BerlinISBN 978 3 8031 3287 1Eleonora, eine bekannte italienische Theaterschauspielerin, nimmt Chirú als ihren Schüler an. Sie ist achtunddreißig und er achtzehn Jahre alt. Sie entscheidet sich für den schlaksigen Musikstudenten, weil zwischen ihnen sofort eine gegenseitige Anziehung besteht. Sie erkennt Chirú an dem Geruch von Fäulnis, der aus seinem Inneren dringt, derselbe Geruch wie bei ihr. Die Autorin schildert die Beziehung zwischen den Beiden, die nicht einfach ist.Sie bespricht die Annahme ihres neuen Schülers mit ihrem ehemaligen Liebhaber und jetzigen Freund Fabrizio Rossari. Der stellt kritische Fragen und macht ebensolche kritische Bemerkungen, weil er Angst hat, dass Eleonora verletzt wird. Bei der Aussprache darüber lässt sie einige ihrer bisherigen Schüler an ihrem geistigen Auge vorbeiziehen.Eleonora führt Chirú in die bessere Gesellschaft der Stadt ein, indem sie ihn zu einem großen Empfang mitnimmt. Er stellt sich zunächst ein wenig ungelenk an, ist aber bereit, zu lernen, und lernt schnell. Dann geht sie mit Chirú zum besten Schneider der Stadt und lässt ihn in dessen umfangreichem Stofflager die feinsten Stoffe fühlen. Damit er ein Gefühl für die hohe Qualität der Ware erhält. Und so entwickelt sie eine Menge von Aktivitäten mit ihm zusammen, die er dankbar annimmt und die ihn prägen. Einmal trifft sie ihn mit seinem Freund Luca und macht dabei erstaunliche Beobachtungen.Überhaupt beobachtet sie gut. Sie macht sich viele Gedanken. Warum eine bekannte Schauspielerin Schüler annimmt. Warum sie das Weihnachtsfest als Kind nie als schön empfunden hat. Was sie und Chirú sich gegenseitig zu Weihnachten schenken. Gedanken über das Gute und das Böse. Chirú und sie lieben Lavendel. Sie spricht mit ihrer besten Freundin Teresa über ihren neuen Schüler, nachdem sie Teresa für einige Tage besucht hat.Dann drängt sie darauf, seine Eltern kennenzulernen. Nach langem Zögern willigt Chirú ein. Seinen Vater mag sie nicht, mit der Mutter geht es. Es fällt ihr das Verhältnis zu ihren eigenen Eltern ein. Und zu ihrerr Mutter, bevor sie starb. . Bei einem Engagement in Stockholm lernt sie einen außergewöhnlichen Mann kennen. Dies bewegt den Rest des Romans. Der eine kommt, der andere geht.Die Schilderungen der Charaktere in dem Buch durch die sardische Autorin Michela Murgia sind gelungen. Das Buch enthält viele treffende Beobachtungen, die gut formuliert sind. Ich kann die Lektüre dieses Buches bestens empfehlen und bewerte es mit 5 Sternen. Das Lesen dieses Buches war ein Genuss; es war nicht das letzte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe.

  • aus-erlesen
    2019-01-01 22:28

    Eine Frau und ein Mann. Treffen sich. Eine Beziehung entwickelt sich. Eine Beziehung, die nicht sein darf. Denn sie ist mehr als doppelt so alt wie er. Netter Plot, aber nicht besonders originell. Wie wär’s damit?! Michela Murgia schreibt die Geschichte der achtunddreißigjährigen Eleonora, die auf Empfehlung den achtzehnjährigen Chirú unter ihre Fittiche nehmen soll.Sie zweifelt. Was kann sie ihm beibringen? Ihm, dem jungen Schlacks mit den zu langen Armen, mit dem kindlichen Habitus, der ihr anfangs immer wieder das Gefühl vermittelt eine Art Trophäe zu sein. Klingt doch schon viel besser! Ist es auch!Chirú steht also vor ihr, den Geigenkasten unterm Arm, ungelenk und schüchtern. Aber mutig genug der ersten Ablehnung nicht gleich resignierend nachzugeben. Hopfen und Malz scheinen doch noch nicht endgültig verloren zu sein. Und da ihr die Argumente fehlen ihm komplett die Zuneigung zu versagen, gibt sie sich einen Ruck und macht ihn zu ihrem Adlatus. Im gleichen Atemzug stellt sie sich jedoch weiterhin die Frage, was sie ihm eigentlich beibringen soll. Soll er sie begleiten auf der Bühne? Das Gesamtbild würde nicht mehr passen. Ach, was soll sie nur machen. Einen Versuch ist es aber wenigstens wert.Chirú ist im siebten Himmel. Doch sein Wesen steht ihm im Weg dieser Freude den nötigen Ausdruck zu verleihen. Warum wurde er von der erfahrenen Lehrerin angenommen? Ist alles nur ein Zufall, ist es Schicksal, steckt mehr dahinter? Einen Versuch ist es wenigstens wert!Und schließlich verstehen sich Eleanora und Chirú auf Anhieb. Kein Grund zum Zweifeln. Sie lehrt, er lernt. Nicht ganz: Dieses Verhältnis bleibt ungeklärt, für den Leser, für die beiden und vielleicht auch für die Autorin. Immer mehr entfernt sich Michela von der Vorstellung als Fachangestellte dem jungen Mitarbeiter Wissen einzupflanzen. Sie sieht sich als Wegbereiterin und Wegbegleiterin des jungen Chirú, der dann auch schon zögerlich ihre Hand ergreifen und sie in der Öffentlichkeit umarmen darf. Verwirrung? Ja, aber nur kurz. Denn mittlerweile sind die beiden unzertrennlich. Nicht wie ein Liebespaar im herkömmlichen Sinne, sondern wie zwei Vertraute, die zusammen einander guttun.Mit scheinbarer Leichtigkeit zerreißt Michela Murgia die Klischees von Jung und Alt, die in den Köpfen der Starrsinnigen verankert sind. Wer erteilt wem eine Lektion steht hier keineswegs zur Debatte. Auch nicht, ob es dem jungen Mann gelingen wird die Dame seines Herzens „zu knacken“. In Murgias Geschichte geht es um mehr als Machtspielchen gegenüber dem Anderen. Sie sieht im Mit- und Nebeneinander der beiden die wahre Bedeutung der Liebe. Der unbewussten wie der bewussten, mit all ihren Aufs und Abs, die weder Sieger noch Besiegte kennt.