Read Fernsehgeschmack, Lebensstil und Comedy: Eine handlungstheoretische Analyse (Alltag, Medien und Kultur) by Elizabeth Prommer Online

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Elizabeth Prommer geht der Frage nach, wie sich unterschiedliche Vorlieben bei der Wahl des Fernsehprogramms erkl ren lassen So scheiden sich insbesondere bei Comedy Sendungen, bspw an den Fernsehkomikern Harald Schmidt und Stefan Raab, deutlich die Geister Der eine wird in den Feuilletons hoch gelobt, der andere hat daf r mehr Zuschauer und ist popul rer gerade bei j ngeren Zuschauern Doch ist, wenn wir uns eine Sendung gerne anschauen oder auch kategorisch ablehnen, das wirklich nur auf individuelle Vorlieben und Entscheidungen zur ckzuf hren ber Geschmack l sst sich bekannterma en vortrefflich streiten Man hat ihn oder auch nicht F r den Soziologen Pierre Bourdieu ist Geschmack jedoch mehr als nur ein individueller sthetischer Ausdruck, durch ihn kann man sich identifizieren oder auch abgrenzen Er ist sichtbarer Ausdruck von inneren Werten und berzeugungen, des Habitus Vor dem Hintergrund, dass es sich bei Geschmack um ein schwer zu definierendes und schwer greifbares Konstrukt handelt, identifiziert und berpr ft die Autorin erste Bausteine einer handlungstheoretischen Theorie des Fernsehgeschmacks Sie zeigt, dass Lebensstil und pers nliche Wertorientierung, Geschmack und Habitus untrennbar miteinander verbunden sind, weshalb diese Faktoren auch bei der Frage eine Rolle spielen, welche TV Comedy Sendungen ein Individuum bevorzugt und welche nicht....

Title : Fernsehgeschmack, Lebensstil und Comedy: Eine handlungstheoretische Analyse (Alltag, Medien und Kultur)
Author :
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ISBN : 3867643954
ISBN13 : 978-3867643955
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : UVK Verlagsgesellschaft Auflage 1 Auflage 12 September 2012
Number of Pages : 298 Seiten
File Size : 668 KB
Status : Available For Download
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Fernsehgeschmack, Lebensstil und Comedy: Eine handlungstheoretische Analyse (Alltag, Medien und Kultur) Reviews

  • Fuchs Werner T. Dr
    2019-04-17 08:38

    Seit Partnervermittlungsinstitute ebenfalls entdeckten, aus welchen Puzzlesteinen sich Identitäten zusammensetzen, stellen sie auch Fragen zu Lieblingssendungen im Fernsehen. Die Autorin dieser Untersuchung will zwar keine Menschen zusammenführen, verfolgt aber insofern ein ähnliches Anliegen, als sie der Frage nachgeht, was die Wahl eines Programms oder eines persönlichen Vorbilds beeinflusst.Da Elizabeth Prommer an der Universität Rostock das Institut für Medienforschung leitet, will sie mit ihrem Buch vor allem ein Fachpublikum erreichen. Dass sie dies in einer Sprache macht, die interessierte Laien ebenfalls verstehen, finde ich löblich. Trotzdem muss der Leser natürlich damit rechnen, auf Begriffe zu stoßen, die nicht immer selbsterklärend sind. Und er muss es auch ertragen können, dass ihm viele der zitierten Quellen und Personen unbekannt sind.Die Autorin ist sich bewusst, dass sich über Geschmack vortrefflich streiten lässt. Aber das heißt noch lange nicht, dass es keine Muster gibt, die sich typisieren und zuordnen lassen. In der Einleitung schreibt sie deshalb: „Geschmack ist der sichtbare Ausdruck von unsichtbaren inneren Werten und Überzeugungen – der sichtbare Geschmack beispielsweise des gesellschaftlichen Status und vielem mehr. Durch Geschmack kann man sich demnach identifizieren oder abgrenzen.“Mit der Beantwortung der Frage, wie sich unterschiedliche Programmvorlieben der Rezipienten erklären lassen, versucht Elizabeth Prommer auch theoretische Lücken zu schließen. Das ist schwierig und notwendig zugleich, da sich ästhetische Vorlieben einer Operationalisierung häufig verweigern. Doch die Autorin bleibt zum Glück bei ihrer Auffassung, dass Lebenswelt, Geschmack und Habitus untrennbar miteinander verbunden sind. Wer mit Filmen von Steven Spielberg nichts anfangen kann, bevorzugt mit großer Wahrscheinlichkeit eine andere Lebenswelt als die Fans des amerikanischen Filmregisseurs und Erzählers. Und das ist ebenso gut wie schlecht. Nur weil jemand die Dschungelshow liebt, muss er noch kein Kulturbanause sein.Da sich die Werbeindustrie naturgemäß ebenfalls für die Milieus der Zuschauer interessiert, gibt es bereits zahlreiche Studien, von denen einige sogar wissenschaftlichen Kriterien genügen. Aber ich stimme der Autorin zu, dass die telemetrische Fernsehforschung über Motivation und Zufriedenheit wenig aussagen. Elizabeth Prommers Aufarbeitung anderer Untersuchungen gehört denn auch zu den inhaltlichen Qualitäten dieses Buches. Sie sichtet das Wesentliche und nimmt Stellung zu Schwachpunkten oder isolierten Betrachtungsweisen. Und wo sie wissenschaftliche Mängel entdeckt, werden diese genannt.Um sich nicht im Uferlosen und damit Nichtssagenden zu verlieren, beschränkt sich die Autorin auf Sendungen, die sich unter Humor und Komik einreihen lassen. Daher gibt es auch ein Kapitel „Forschungsstand Humor“, das mit einem Fazit aufwarten kann, das für Nichtmedienwissenschaftler ebenfalls von Interesse sein dürfte. Weiter Kapitelüberschriften lauten: Lebensstil empirisch: Publikumstypologien - Witzige Unterhaltung im Fernsehen: Comedy – Fernsehgeschmack empirisch – Fernsehgeschmack und Fernseh-Comedy – Fernsehgeschmack: Bausteine einer Theorie. Und im Anhang finden sich alle Literaturangaben, Tabellen und die Dokumentation der Regressionsanalysen.Mein Fazit: Eine dieser wissenschaftlichen Untersuchungen, die auch für ein Publikum interessant sind, das nicht zum engsten Kreis der Angesprochenen gehört. Elizabeth Prommer zeigt auf überzeugende Weise auf, dass Lebensstil, persönliche Wertorientierung, Geschmack und Habitus untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist an sich keine große Neuigkeit, wird aber manchmal mit pseudowissenschaftlicher Argumentation noch immer bestritten. Auch deshalb sind Bücher wie dieses wichtig. Zumal es auch so geschrieben ist, dass es Leser ohne Studium in Medienwissenschaft ebenfalls verstehen können.