Read Generation Z oder von der Zumutung, älter zu werden by Reinhard Mohr Online

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.de Gerade war ich doch noch jung, oder , fragt Herbert Riehl Heyse etwas ungl ubig in seinem letzten, erst nach seinem Tod erschienenen Text und beklagt gewohnt hinterh ltig, wie dem tigend es sei, dass es ausgerechnet ber meine Generation, die zwischen 1933 und 1945 geborene, keine fetzigen, alles zusammenfassenden B cher gibt Wenn selbst der eher als unaufgeregt bekannten SZ Edelfeder das Thema unter den N geln brannte, muss ja etwas dran sein Komisch freilich, dass es immer die Journalisten sind, die ffentlich ber das lterwerden nachdenken Eben hat Florian Illies in Generation Golf II die milde Depression der New Economy Leistungstr ger Jahrgang 1965 1975 glossiert, nun zieht Reinhard Mohr f r die um 1955 Geborenen mit Generation Z nach Wahrscheinlich pr destiniert einen das schnelllebige Gesch ft des Journalismus dazu Noch wahrscheinlicher liegt es daran, dass Autoren von B chern zur G Frage den Verlagen die Zielgruppe gleich mitliefern Reinhard Mohr hat bereits 1992 mit seinem Buch Zaung ste erfolgreich die Marke 78er positioniert Das sind all jene, die wie der Autor f r 1968 zu jung und f r Punk zu alt waren, sich aber trotzdem irgendwie revolution r f hlten Waren sie damals noch diejenigen, vor denen ihre Eltern sie immer gewarnt hatten, Tagtr umer und Unruhestifter , wurde sie im Laufe der Jahre zu jenen neuen Besserlebenden, die die immaterielle mit der materiellen Welt vers hnten Fr her lebte man in Studenten WGs und stritt ber Fremdherrschaft und Selbstbestimmung, heute ist man Agenturchef oder Minister und dem guten Leben zugetan Der Sieger der Geschichte, kommentiert der ehemalige Linksradikale und heutige Spiegel Mann Mohr ironisch, ist keine revolution re Bewegung es ist der allein lebende Mensch, der sich seine Portion Rahmspinat selber warm macht der Single Und mit dieser Entwicklung ist Mister Z im Grunde gar nicht so unzufrieden Problematisch wird nur das eigene Selbstbild In die Disco gehen Das ist vorbei Die Frage ist also eher Habe ich noch Sex, oder spiele ich schon Golf Wie finde ich es, dass ich n chstes Jahr schon nicht mehr zur Zielgruppe der 14 bis 49 J hrigen z hle Insofern ist Generation Z auch das Protokoll eines Ver nderungsprozesses Und eine kluge Auseinandersetzung mit den Fallstricken der perfektionistischen Lebensoptimierungsstrategien derjenigen, denen es sowieso schon gut geht Der Gewinn der Lekt re liegt weniger in Erkenntnissen ber eine etwaige Generation Z , als vielmehr in vielen sch nen Beobachtungen zum Vergehen der Zeit, zur Wehmut des Augenblicks, die Erinnerung an jene Sekunde, die gerade vergeht Letzlich geht es auch Mohr nicht anders als Riehl Heyse Was bleibt, ist das Staunen Gerade war ich doch noch jung, oder Axel HenriciPressestimmen Reinhard Mohr hat ein Buch ber das lterwerden geschrieben, das die Pessimisten fr hlich und die Optimisten traurig stimmen wird Es ist das Beste, was ich zu diesem Thema in den letzten Jahren gelesen habe, eine Lektion in klarem Sehen und geauem Beschreiben Nur eines st rt mich an diesem wunderbaren Text voller kluger Gedanken und witziger Einsichten dass er nicht von mir ist Henryk M Broder...

Title : Generation Z oder von der Zumutung, älter zu werden
Author :
Rating :
ISBN : 3870245972
ISBN13 : 978-3870245979
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Argon 2003
Number of Pages : 167 Pages
File Size : 762 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Generation Z oder von der Zumutung, älter zu werden Reviews

  • Max Schwurbel
    2019-01-19 11:00

    Ach, was wäre Deutschland ohne seine Schubladen! Meinung, Haltung und Lebensgefühl des Einzelnen bleiben unbeachtet, bis es mal einer ins Rampenlicht schafft, „den Nerv einer ganzen Generation" trifft, sich sein Seelenstriptease als bestsellertauglich erweist und außerdem als soziologisch und statistisch verwertbar. Trendforscher und Marketing-Profis formulieren umgehend zielgruppengerechte Konsumstrategien, sofern der Autor das nicht bereits selbst getan hat (Florian Illies' „Generation Golf") oder das Lebensgefühl betont konsumfeindlich ausfällt (Naomi Kleins „No Logo" oder Douglas Couplands „Generation X").Zum Glück erspart Mohr seinem Publikum jenes anbiedernde und vereinnahmende „wir", mit dem Illies Meinungsführerschaft für sich reklamiert. Mohr spricht ausschließlich von sich selbst, selbstreflexiv bis zum introvertierten Murmeln in den imaginären Bart. Zweifellos vereint der Mann allerhand Klischees der um 1955 Geborenen auf sich: Ex-Sponti der linken Szene, politischer Aktivist, Demo-Gänger und WG-Bewohner, überzeugter Single-Mann (oder doch nicht?), Frankreich- und Toskana-Liebhaber - und mit den Jahren derart von allen Illusionen entblättert, dass er nun schon beinahe als konservativ durchgeht („..der weltumspannende politische Durchblicker-Moralismus ist mir so unerträglich geworden wie eine Minute ‚Musikantenstadel'"). Wie Illies ist auch Mohr hauptberuflicher Publizist, schreibt für das Kulturressort des Spiegel, früher für die taz - aber auch für die F.A.Z. (wofür er sich im Hinblick auf sein politische Heimat umgehend entschuldigt) sowie Kabarett-Texte für Michael Quast und Matthias Beltz.Jaja, er hat eine Menge Wahres zu sagen, Nachdenkliches und zweifellos Richtiges. Gut durchdacht ist es (wenn auch oft reichlich widersprüchlich), intelligent formuliert und nicht so verplappert und oberflächlich wie die Pop-Kollegen der Generation Golf. Aber leider wird es damit nicht besser. Es wird langweilig. Nervtötend. Anstrengend. Vor lauter Schwerstarbeit am eigenen Lebensglück vergisst Mohr, seine Leser zu unterhalten. Typisch sind geschraubt formulierte Banalitäten wie: „Lebenserfahrung gibt es wirklich, und sie ist nicht einmal notwendig reaktionär, pessimistisch oder phantasietötend. Das Entscheidende aber: Man kann ihr gar nicht ausweichen. Sie kommt über den arglosen älteren Menschen wie ein außergesetzlicher Zustand der Erkenntnis, und sie wirkt wie ein diskursiver Zwang zur profanen Erleuchtung". Ächz!

  • J. G. Kurzhals
    2019-01-17 08:11

    Der Titel klingt recht spannend, haben Autor oder Verlag doch offensichtlich versucht, an den Verkaufserfolg anderer Bücher wie "Generation Golf" etc. anzuknöpfen. Aber weit gefehlt; hier kann es nur bei der 1. Auflage bleiben. Ich habe seit vielen Jahren nicht mehr so ein langweiliges und nichtssagendes Sachbuch gelesen. Die vollständige Buchlektüre hat mich eher unzufrieden und ermattet hinterlassen. Respekt verdient der Autor nur, mit so vielen Phrasen, Belanglosigkeiten, Nichtigkeiten und Leerformeln 200 Seiten gefüllt zu haben, da muß ein sehr geduldiger Lektor am Werk gewesen sein. Vielleicht hätte das Buch noch eine Chance als Satire im Kulturmagazin des Spiegels, wenn man es auf drei Seiten kürzen könnte. Selbst in einer Soziologievorlesung würde der Autor nur Gähnen ernten.Der Buchumschlag macht Hoffnung auf peppige Beobachtungen der 78er Generation und enttäuscht auf ganzer Linie. Auf jeder zweiten Seite bemüht der Autor seine ach so tollen antiautoritären wilden Jahre und langweilt den Leser mit jedem Kapitel noch mehr. Wie man sich bei der Lektüre dieses Buches hier oder dort wiedererkennen soll, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Dann folge ich doch lieber der Feststellung und Empfehlung? des Autors und versuche, meine Zeit sinnvoller zu verbringen.

  • Tobs
    2019-01-14 07:07

    - selten hab ich mich so amüsiert und geschmunzelt.Das Buch trifft auch noch bei "jüngeren" Jahrgängen (1967) ganz gut ins Schwarze ! Absolut empfehlenswert!