Read Anatomie einer Kampagne: Hans Robert Jauß und die Öffentlichkeit by Wolfgang Schuller Online

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Im Zentrum des Buches steht das Verfahren, mit welchem dem Konstanzer Literaturwissenschaftler Hans Robert Jau 1921 1997 fast zwei Jahrzehnte nach seinem Ableben von seiner Universit t und der ffentlichkeit seine jugendliche Teilnahme am Zweiten Weltkrieg als Offizier der Waffen SS zum Vorwurf gemacht wird Leichthin erhobene Behauptungen, verschwiegene Sachverhalte, Reflexe auf die Reizw rter Waffen SS und Kriegsverbrecher waren dabei dominant, sie entfalteten schon bald ohne ausreichende Absicherung durch berzeugende Belege ein Eigenleben und steuerten die ffentliche Meinung.Der hier vorgelegte Band ist hierzu die erste Gegenstimme berhaupt Geschildert werden nicht nur die dazu zentralen Sachverhalte, in den Blickpunkt treten ebenso die Ursachen der Kampagne und deren Folgen f r unser Geschichtsbild Hier abgedruckte bislang unver ffentlichte bzw nur schwer zug ngliche Dokumente untermauern ein engagiertes Pl doyer f r einen angemessenen Umgang mit diesem sensiblen Sujet....

Title : Anatomie einer Kampagne: Hans Robert Jauß und die Öffentlichkeit
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ISBN : 3960231261
ISBN13 : 978-3960231264
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Leipziger Uni Vlg Auflage 1 18 September 2017
Number of Pages : 206 Seiten
File Size : 665 KB
Status : Available For Download
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Anatomie einer Kampagne: Hans Robert Jauß und die Öffentlichkeit Reviews

  • Albrecht Bär
    2018-10-17 17:26

    Der Konstanzer Literaturwissenschaftler Jauß (1921–1997) hatte sich nach 1945 einen exzellenten Ruf als Romanist erworben. Bis Kriegsende jedoch hatte er in der Waffen-SS gedient, daraus jedoch niemals ein Geheimnis gemacht. Erste Anfeindungen deswegen prallten noch in den 1990er Jahren folgenlos ab. Erst nach seinem Tode und der Behauptung von 2013, er sei in Kriegsverbrechen verstrickt gewesen, nahm eine Kampagne an Fahrt auf, an dessen Ende der Rufmord an einem Gelehrten stand. Der zuständige Fachbereich der Universität wollte den Fall untersuchen und beauftragte – ohne daß dies publik wurde – den Historiker Jens Westemeier mit einem Gutachten. Dessen Urteil: Eine persönliche Beteiligung von Jauß an den Verbrechen könne nicht nachgewiesen werden, als Kompaniechef trage er aber Mitverantwortung für die Taten seiner Einheit. Gemeint sind Taten beim Partisanenkrieg auf dem Balkan. Ganz pauschal operiert Westemeier mit Kriegsverbrechen wie Vertreibung, Plünderungen, Brandschatzungen, Morden und Geiselnahme, ohne diese im einzelnen und konkret Jauß oder seiner Kompanie nachweisen zu können. Wolfgang Schuller, emeritierter Professor für Alte Geschichte, deckte die unterschiedlichen Phasen der Kampagne gegen seinen Kollegen auf. Besonderen Raum nimmt die Kritik des Gutachtens von Jens Westemeier ein, dem er gravierende Mängel – u.a. Übergehen und Verschweigen wesentlicher Sachverhalte – nachweist. Offenbar ging es den Initiatoren und auch dem Gutachter nicht um die historische Wahrheit bzw. um die persönliche Schuld oder Unschuld von Hans Robert Jauß, vielmehr sollte durch eine medienwirksame Diskreditierung eines unbescholtenen und bisher angesehenen Wissenschaftlers die öffentliche Meinung in gewünschtem Sinne beeinflußt werden. Am meisten erschreckt den Leser wohl die willfährige Leichtfertigkeit, mit der eine Universität den Stab über einen der Ihren bricht und dabei alle Standards der Wissenschaftlichkeit außer acht läßt.